Hausgeschichte des Gasthof Cafe zum Limes
Der im Zentrum der aufstrebenden Marktgemeinde Kipfenberg liegende Gasthof zum Limes ist nach dem Dankmalschutzgesetz von großer historischer und kunstgeschichtlicher Bedeutung.
In dem Buch "Kunstdenkmäler von Bayern" ist das Wirtshaus abgebildet mit dem Untertitel: "Baujahr 18. Jahrhundert, Haus mit reichem Fachwerkgiebel, stehender Erker mit Mansardendach".

Das Haus hat eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Bekannt ist, dass es um 1750 am Fuße des Schlossberges erbaut wurde. Im Kataster (Staatsarchiv Nürnberg) wird das Gebäude erstmals 1798 erwähnt unter dem Namen "Fürberger Bräuhaus".
Der Bierbrauer Franz Baumgartner und seine Frau Regina kauften es damals für 4.500 Gulden.
Wie der Heimatforscher Anton Gäck berichtet, brauten in der sog. "guten alten Zeit" sechs Brauereien in Kipfenberg Bier. Laut gerichtlichem Brief vom 27. März 1830 erwarb das Ehepaar Xaver und Katharina Böll von der Witwe Baumgartner das Anwesen - bestehend aus Wohnhaus, Stallung, Hofraum, Sommerkeller mit der radizierten Bierbräuerei Wohnhaus und Taferngerechtsame sowie 12 Tagewerk Grund- für 7.000 Gulden. Über 70 Jahre blieb nun das Anwesen im Besitz der Familie Böll in dieser Zeit erhielt das Gasthaus den Namen "Böll Bräu".
Über dem Sommerkeller wurde ein Tanzsaal errichtet, auch eine Kegelbahn entstand. (Diese beiden Gebäude bestehen nicht mehr, der Felsenkeller ist heute das Fundament für die evangelische Kirche). Erst im Jahr 1904 verkaufte die letzte Böll-Wirtin Anna Maria das Gesamtanwesen an den Brauersohn und Handelsmann Johann Ludwig Schneider aus Weißenburg für 42.000 Mark. Dieser scheint nicht viel Freude an dem Besitz gehabt zu haben, denn schon ein Jahr später verkaufte er ihn mit Verlust an den Gastwirt Michael Heilmeier aus München für 24.000 Mark. Aber auch dieser stößt das Anwesen bald wieder ab. Am 7. März 1906 kauft es der Brauereibesitzer Johann Baptist Emslander aus Eichstätt um den Preis von 26.000 Mark. Seit her ist es im Besitz der Familie Emslander - also seit 100 Jahren.


1951 bekam das Gasthaus den Namen "Hofmühl Gaststätte". Dr. Richard Emslander renovierte im Jahr 1954 das Gasthaus samt Metzgerei und Laden gründlich. Auch neue Gästezimmer mit fließendem Warm- und Kaltwasser entstanden. Von 1959 bis 1974 bewirtschafteten die umsichtigen Wirtsleute Richard und Barbara Böhm das Anwesen. Der Metzger Böhm verstand es mit seinen bekannten Hausschlachtungen namhafte Gäste anzulocken wie z. B. Eichstätts Landrat Hans Pappenberger oder den bekannten C.O. Müller aus Kipfenberg, "Cezanne des Altmühltals" genannt. Der aufwendigste Umbau in dem Jahrhundert erfolgte in den Jahren 1975/76 mit dem Münchner Architekten Hans Metz der dem alten Gasthof seine ganz besondere Note gab. Der heutige Name "Gasthof zum Limes" leitet sich von dem ganz in der Nähe vorbeiführenden römischen Grenzwall Limes ab. Seit Herbst 1981 wirtschaften hier Küchenmeister Bernd und Anni Damar mit großem Erfolg. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Ritteressen im stilvollen Gewölbekeller sowie der lauschige Biergarten, die beide durch die Familie Damar mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz entstanden sind.

Kipfenberg Aug.2001